Ein Abstieg in die Tiefe hat immer etwas Verheißungsvolles, doch gestern Abend war die Verwandlung perfekt. Kaum waren die ersten Töne des REQ Quartetts verklungen, fühlte man sich wie in einem jener zeitlosen Jazzclubs in Montréal. Ein vertrautes Gesicht am Klavier schlug dabei die Brücke zur Vergangenheit: Jo Aldinger, der hier vor zwei Jahren mit dem Downbeat Club noch für deutlich kraftvollere Akzente gesorgt hatte, kehrte diesmal als Teil einer Formation zurück, die eher die leisen, feinsinnigen Töne beherrscht.
Die zurückhaltende Beleuchtung gönnte den Augen eine Pause und tauchte die Umgebung in eine sanfte Ruhe. Während man optisch entsannte, wurde das Gehör auf eine hochelegante Art gefordert. Saxofonist Richard Ebert führte das Quartett durch Klangwelten, die so gar nichts mit dem klischeehaften „anstrengenden“ Jazz zu tun hatten – eine Einladung, es sich im Kopf gemütlich zu machen.
Ein Abend wie ein Kurzurlaub für die Seele: Das REQ Quartett schuf einen Raum zum Davontreiben – und ließ die Gäste tiefenentspannt wieder im Hier und Jetzt ankommen.
Pics by: Uwe Nestlen
Text by: Claudia Kruck
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🗓️ Datum: 8. Mai 2026
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